Der Stand im September 2026
Die IATF 16949 baut auf der ISO 9001 auf und ergänzt sie um die Anforderungen der Automobilindustrie. Mit der Veröffentlichung der ISO 9001:2026 ist deshalb auch der Startschuss für die zweite Ausgabe der IATF 16949 gefallen: Die International Automotive Task Force hat angekündigt, die Revision auf Basis der neuen ISO 9001 zu erarbeiten. Nach bisherigem Planungsstand wird die neue Ausgabe 2027 erwartet.
Bis dahin bleibt die IATF 16949:2016 gültig. Ein wichtiger Punkt für die Planung: Das Ende der Übergangsfrist für die neue IATF 16949 soll nach Angaben der IATF an das Ende der ISO-9001-Übergangsfrist angeglichen werden. Alle Termine sind derzeit ausdrücklich vorläufig.
Die geplanten Schwerpunkte
Die IATF hat mehrere Prioritäten für die Überarbeitung benannt. Konkrete Normtexte gibt es noch nicht – die folgende Übersicht zeigt die Richtung:
Die Norm soll verständlicher und einfacher anwendbar werden.
Der wachsende Softwareanteil in Fahrzeugen und Komponenten soll sich stärker in den Anforderungen widerspiegeln.
Die Steuerung und Überwachung von Lieferanten wird voraussichtlich weiter geschärft.
Strukturierte Produktionsanläufe sollen ein stärkeres Gewicht erhalten.
Häufig wiederkehrende kundenspezifische Anforderungen (CSR) sollen – soweit möglich – direkt in den Standard übernommen werden, ebenso die bisherigen Sanctioned Interpretations und FAQs.
Was die ISO 9001:2026 für Zulieferer schon heute bedeutet
Da die neue IATF 16949 auf der ISO 9001:2026 aufsetzt, werden deren Neuerungen auch in der Automobilindustrie ankommen: Qualitätskultur und ethisches Verhalten als Führungsaufgabe, Chancen als eigenständiges Thema, der Klimawandel im Kontext und ein gestärktes Änderungsmanagement. Wer diese Themen jetzt angeht, hat einen großen Teil der späteren Umstellung bereits erledigt.
Schon in Kraft: die IATF Rules 6
Unabhängig von der Normrevision gilt seit dem 1. Januar 2025 die 6. Ausgabe der IATF Rules. Sie regelt, wie Zertifizierungsstellen auditieren und Zertifikate aufrechterhalten. Für Unternehmen besonders relevant: Überwachungsaudits finden jährlich in einem Zeitfenster von ±3 Monaten statt, und versäumte Fristen können zum Entzug des Zertifikats führen. Audittermine gehören deshalb früh und verbindlich in die Jahresplanung.
So bereiten sich Zulieferer vor
1GAP-Analyse zur ISO 9001:2026
Prüfen Sie Ihr QMS jetzt gegen die neue ISO 9001. Das ist die Grundlage der kommenden IATF-Ausgabe.
2CSR-Management ordnen
Sorgen Sie für eine vollständige, aktuelle Übersicht Ihrer kundenspezifischen Anforderungen und deren Umsetzung. Werden gemeinsame CSR in den Standard übernommen, profitieren Sie von einer sauberen Zuordnung.
3Software und Anlaufmanagement bewerten
Wo Software Teil Ihres Produkts oder Ihrer Fertigung ist, prüfen Sie Entwicklungs- und Freigabeprozesse. Bewerten Sie außerdem, wie strukturiert Ihre Produktionsanläufe heute ablaufen.
4Auditzyklus absichern
Planen Sie Überwachungs- und Rezertifizierungsaudits so, dass die Zeitfenster der IATF Rules sicher eingehalten werden, und legen Sie die spätere Umstellung möglichst in ein ohnehin geplantes Audit.
Fazit
Für Automobilzulieferer ist die ISO 9001:2026 der Vorbote der nächsten IATF 16949. Wer die neuen Anforderungen jetzt in sein System integriert, geht deutlich entspannter in die Umstellung – und vermeidet, dass sich 2028 und 2029 alle Audits in denselben Monaten drängen.
